
Alpabzug in der Schweiz: Das Programm 2026 und wie man den Tag plant
Was der Alpabzug eigentlich ist und weshalb er ganz anders aussieht, als man erwartet, stand im vorherigen Artikel "Wenn die Glocken vom Berg herunterkommen: Die lebendige Alpabzug-Tradition der Schweiz". Dieser hier ist praktisch: wohin man 2026 fährt, wie man zwischen einem Dutzend auf dem Papier austauschbarer Dörfer wählt, und was man vorher wissen sollte, damit der Tag nicht auf zehn Minuten im Gedränge zusammenschrumpft.
Alle Daten unten stammen aus den Programmen der Organisatoren und der regionalen Tourismusbüros. Ein Alpabzug hängt weit stärker von Wetter und Tieren ab als jedes Stadtfest – das Programm sollte deshalb zwei bis drei Tage vor der Reise noch einmal geprüft werden.
Die Saison 2026 in drei Punkten
Es gibt zwei «grosse Samstage». Auf den 19. und den 26. September fallen die meisten grossen Umzüge, gleich in mehreren Kantonen. Besonders dicht ist der 26. September: Charmey, Plaffeien, Saint-Cergue, L'Étivaz, das Vallée de Joux und Schüpfheim finden am selben Tag statt. Kombinieren lässt sich das nicht einmal theoretisch – die Wahl muss vorher fallen.
Einige Abzüge folgen dieses Jahr nicht dem gewohnten Muster. Wegen der Lumpy Skin Disease, die im Sommer 2025 in Frankreich aufgetreten ist, hat das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen die Sömmerung von Schweizer Rindern auf französischem Gebiet für die Saison 2026 verboten – Entscheid vom 17. Februar 2026. Betroffen sind rund 260 Betriebe und etwa 6000 Tiere, vor allem in der Westschweiz, wo die Herden traditionell auf den Salève und in den französischen Jura zogen. In der Schweiz sind bis zum Zeitpunkt der Recherche keine Fälle aufgetreten, und im Wallis sind Veranstaltungen mit Rindvieh seit Anfang 2026 im ganzen Kanton wieder erlaubt (in der Impfzone – Champéry, Finhaut, Ferret – nur für Tiere, die mindestens 28 Tage vorher geimpft wurden).
Die praktische Folgerung ist einfach: 2025 wurden einzelne Feste rund zehn Tage vor dem Termin abgesagt – so erging es Saint-Cergue. Eine Wiederholung ist unwahrscheinlich, aber genau das ist der Grund, die Seite der Veranstaltung vor der Abreise zu prüfen – und nicht bloss vage Vorsicht.
Ein Abzug findet 2026 nicht statt. Der Alpabzug in Wassen (Kanton Uri) fällt wegen der Bauarbeiten für das Kraftwerk Meiental aus. Er ist einer der grössten des Kantons und erscheint noch in älteren Übersichten – einplanen sollte man ihn nicht.
Kalender der Alpabzüge und Älplerfeste 2026
September
Datum | Ort | Kanton | Was besonders ist |
|---|---|---|---|
5. September | Gstaad Züglete, Saanenland | Bern | Klassischer Berner Abzug mit feierlichem Empfang der Herde in Gstaad |
5./6. September | Schäful, Belalp / Naters | Wallis | Schaffest oberhalb Naters: Abfahrt der Herde, Messe und Musik |
12. September | Désalpes im Val d'Anniviers: St-Luc, Grimentz, Chandolin, Ayer | Wallis | Vier Dörfer an einem Tag, schwarze Eringerkühe, «Königinnen» mit Blumenkrone |
12. September | Scargada in Brigels (Breil/Brigels) | Graubünden | Rund 600 Tiere von fünf Alpen, die Herden treffen nacheinander auf der Wiese Plaun Rueun ein |
12./13. September | Schäferfest Rosswald | Wallis | Rund 800 Schafe und Simplon-Panorama |
12. oder 13. September | S-chargiada d'Alp, Müstair | Graubünden | Empfang der Herde vor dem Kloster St. Johann; die Quellen widersprechen sich beim Datum – auf der Talseite prüfen |
18. September | Chästeilet im Justistal | Bern | Kein Umzug, sondern die Aufteilung des Alpkäses unter den Betrieben – das nüchternste dieser Feste |
19. September | Bauernmarkt und Alpabzug, Urnäsch | Appenzell Ausserrhoden | Die strengste Zugordnung: Ziegen voran, kolossale Senntumsschellen |
19. September | Alpabzug Flimserstein: Bargis → Fidaz → Flims | Graubünden | Buura Z'Morga oben, Abstieg über die spektakuläre Scala Mola, Kuh-Fanmeile in Fidaz |
19. September | Alpabzug Klosters Monbiel | Graubünden | Kühe, Ziegen und Schafe; Gratis-Shuttle ab Bahnhof, abends die Älpler-Lusi |
19. September | Alpabzug Celerina | Graubünden | Herden von den Alpen Marguns und Laret, Festplatz bei der Kirche San Gian |
19. September | Alpabfahrt Belalp – Blatten | Wallis | Markt, Musik und Tanz im Dorf |
19. September | «Rock ta désalpe» de Serin, Anzère | Wallis | Umzug der Königinnen, Raclette aus den Käsen der Alp Serin, Konzert |
21. September (Mo) | Schafscheid / Foire aux moutons, Jaun | Freiburg | Schafe und Ziegen ab 9.00 Uhr, Aufteilung nach Besitzern, Herbstmarkt mit 50 Ständen |
21. September (Mo) | Sichlete, Bern, Bundesplatz | Bern | Die städtische Variante der Tradition (siehe unten) |
24. September | Alpabfahrt Rämisgummen und Eggiwiler Märit | Bern | Emmentaler Abzug in Kombination mit dem Dorfmarkt |
26. September | Désalpe de Charmey | Freiburg | Die bekannteste der Romandie: drei Märkte, historische Landmaschinen, Folklore den ganzen Tag |
26. September | Alpabzug Plaffeien | Freiburg | Über 1000 geschmückte Tiere – der grösste nach Stückzahl |
26. September | Désalpe de Saint-Cergue | Waadt | Der nächstgelegene grosse Abzug ab Genf, Direktbus vom Bahnhof Nyon |
26. September | Désalpe de L'Étivaz | Waadt | Herden ab 8.00 Uhr, Schaukäserei, abends Bergessen im Festzelt |
26. September | Fête du Vacherin Mont-d'Or, Les Charbonnières, Vallée de Joux | Waadt | Kühe, Schafe, Pferde und Gänse ziehen ins Tal – dazu der erste Vacherin der Saison |
26. September | Entlebucher Alpabfahrt, Schüpfheim | Luzern | Sieben Familien, über 300 Tiere, grosser Markt und ein «kleines Jodlerfest» |
Oktober
Datum | Ort | Kanton | Was besonders ist |
|---|---|---|---|
2.–4. Oktober | Désalpe de Semsales | Freiburg | Über 700 Stück Vieh, Messe im Patois am Sonntag, Chaletsuppe |
3. Oktober | Tundeida, Savognin | Graubünden | Rund 300 Schafe, Schur vor Ort, Degustationen, Streichelzoo |
3./4. Oktober | Prättigauer Alp Spektakel, Küblis und Seewis | Graubünden | Grossformat: Markt, Käsedegustation, Rinderspektakel |
3./4. Oktober | Foire et désalpe d'Albeuve | Freiburg | Erste Herde um 9.00 Uhr, Extrazüge ab Bulle, Gratisparkplatz in 300 m |
4. Oktober | Alpchäs- und Schabzigermärt, Elm | Glarus | Abfahrt, Zmorge und Käsemarkt in einem Programm |
9.–11. Oktober | Les Sonnailles, Romainmôtier | Waadt | Herbstmesse und Glockenbörse, drei Tage, Eintritt 6 Franken |
10./11. Oktober | Älplerfest Lenk | Bern | Saisonfinale im Simmental: Abzug, Buremärit, Musik |
18. Oktober | Älplerchilbi Stans | Nidwalden | Kein Abzug, sondern eine Älplerkilbi: Umzug, Älplersprüche, Tanz |
18. Oktober | Alpchäsmarkt Flumserberg | St. Gallen | Käsemarkt auf der Alp Tannenboden, Höhepunkt ist das Kuhrennen |
Separat zu beachten
Wassen (UR) – findet 2026 nicht statt.
Crans-Montana und Les Haudères (VS) – zum Zeitpunkt der Recherche ohne bestätigtes Datum; beide direkt bei den Tourismusbüros nachfragen.
Bodäfahrt auf dem Urnerboden (UR) – rund 1000 Kühe, Mitte August und damit deutlich vor der übrigen Saison.
Die Wahl: fünf Szenarien
Für die erste Begegnung – Urnäsch. Hier ist die appenzellische Zugordnung am besten erhalten: weisse Ziegen an der Spitze, der Senn mit dem bemalten Fahreimer, drei Schellenkühe mit aufeinander abgestimmten Obertönen, am Schluss der Besitzer mit seinem Hund. Der beste Standort ist der Kronenplatz im Zentrum, wo auch der Bauernmarkt stattfindet; der Eintritt ist frei. Ein Nachteil: die genaue Durchgangszeit der einzelnen Herden wird erst ein bis zwei Tage vorher bekannt gegeben.
Für die Berglandschaft – Flimserstein. Am Morgen lässt sich ins Tal Bargis aufsteigen, das Sammeln der Tiere beobachten und am Buura Z'Morga teilnehmen (mit Ticket); gegen Mittag treffen die Herden oben ein, um 14.00 Uhr geht es über Fidaz Richtung Flims hinunter. Es ist eine der wenigen Möglichkeiten, nicht nur die letzten hundert Meter im Dorf zu sehen, sondern den Beginn eines echten Übergangs – über den Felsweg der Scala Mola.
Für das grosse organisierte Fest – Schüpfheim oder Charmey. Im Entlebuch erlaubt das publizierte Fahrplan-Programm, mehrere Etappen desselben Abzugs zu sehen; in Charmey findet man das dichteste Tagesprogramm der Romandie. Beide ziehen rund zehntausend Menschen an und sind gut mit der Bahn erreichbar.
Für eine Reise ab Genf und aus der Romandie – Saint-Cergue, Charmey, Plaffeien, L'Étivaz. Saint-Cergue liegt am nächsten: Direktbus vom Bahnhof Nyon, ab Genf unter einer Stunde. Die Freiburger Voralpen sind etwas weiter, doch dort ist das Format am dichtesten – Umzug, Käsemarkt, Handwerksstände und Musik laufen den ganzen Tag parallel.
Für etwas ganz anderes – Jaun, Savognin, Justistal. In Jaun kommen nicht Kühe, sondern Schafe und Ziegen ins Tal, und im Zentrum steht die Aufteilung der Tiere nach Besitzern. In Savognin werden die Schafe zusätzlich vor Ort geschoren. Und der Chästeilet im Justistal ist überhaupt kein Umzug: Die Betriebe teilen den über den Sommer produzierten Käse untereinander auf – wohl die ehrlichste Szene der ganzen Saison.
Die städtische Variante: Sichlete in Bern, 21. September
In den grossen Städten gibt es keine echten Abzüge – ein Alpabzug ist an die tatsächliche Rückkehr einer Herde von der Alp gebunden. Die eine regelmässige Ausnahme ist die Berner Sichlete auf dem Bundesplatz: ein Erntedankfest des kantonalen Bauernverbands, terminiert auf den Beginn der Herbstsession des Parlaments.
21. September 2026, 10.00–17.00 Uhr, Bundesplatz.
Auf dem Programm: das Einläuten durch eine Treichlergruppe, der Zug der geschmückten Kühe einer Bauernfamilie vom Nationalen Pferdezentrum über die Kornhausbrücke auf den Platz vor dem Bundeshaus, Schafscheren und Schaumelken, Alphörner, Fahnenschwinger, Tiere zum Anfassen und ein Markt mit regionalen Produkten. Die genaue Zeit des Alpabzugs wird näher am Datum publiziert; üblicherweise fällt er in den frühen Nachmittag.
Die Vorteile liegen auf der Hand: kein früher Start, keine Parkplatzsuche im Bergdorf, keine Abhängigkeit vom Wetter. Der Unterschied bleibt aber wesentlich. In Bern wird die Tradition gezeigt; im Bergdorf findet sie statt. Das sind zwei verschiedene Erfahrungen, und die zweite lässt sich nicht durch die erste ersetzen.
Zürich, Genf und Lausanne kennen keinen vergleichbaren regelmässigen Stadtumzug. Das prägende städtische Herbstfest Zürichs ist das Knabenschiessen, nicht ein Alpabzug.
Darf man mit dem Zug mitgehen?
Manchmal ja – aber praktisch nie im Sinne von «einfach mitlaufen». Im Zug gehen die Sennen, die Familie des Besitzers und vorher bestimmte Helferinnen und Helfer. Zuschauer werden gebeten, am Strassenrand zu bleiben und sich nicht zwischen die Tiere zu drängen; in Appenzell steht das ausdrücklich in den Hinweisen für Besuchende.
Der Grund ist nicht bürokratisch. Kühe können plötzlich stehen bleiben, umdrehen oder beschleunigen, und die Sennen brauchen freien Raum, um die Herde zusammenzuhalten. Die offiziellen Empfehlungen verlangen, dem ziehenden Vieh den Weg freizugeben und den Anweisungen der Organisatoren zu folgen.
Die realistischen Möglichkeiten:
Persönliche Absprache mit einem Betrieb. Das echteste Format: Der Gast wird zur vorher vereinbarten Hilfe einer bestimmten Familie. Anzufragen ist beim Alpbesitzer, beim örtlichen Tourismusbüro oder beim Organisator, mehrere Wochen im Voraus. Bergschuhe, gute Kondition und die Bereitschaft, den Anweisungen des Sennen ohne Diskussion zu folgen, sind Voraussetzung.
Organisierte Exkursion. Solche Angebote erscheinen unregelmässig und richten sich an kleine Gruppen. Plätze im Zug selbst werden in der Regel nicht öffentlich verkauft: Die offiziellen Programme bieten das Zuschauen am Strassenrand, am Start oder am Ankunftsort.
Parallel zur Route. Der zugänglichste Kompromiss – das Sammeln der Herde oben ansehen, dann auf einem separaten markierten Weg gehen oder zur nächsten Stelle fahren und die Tiere weiter unten wieder treffen. Direkt hinter den Kühen auf derselben schmalen Strasse zu gehen, ist nur mit Erlaubnis der Organisatoren vertretbar.
Wo das am besten gelingt
Flimserstein, 19. September. Zwischen Bargis und Fidaz gibt es einen separaten markierten Weg – er ist der vorgesehene Weg, einen Teil der Strecke mitzugehen, ohne die Herde zu behindern. Während des Viehzugs wird der Busbetrieb zwischen Bargis und Flims eingestellt, was in die Tagesplanung gehört. Ein automatisches Recht, im Zug mitzugehen, gibt das offizielle Programm nicht; das ist vorher mit Flims Laax Falera Tourismus zu klären.
Entlebuch, 26. September. Hier ist die gesamte Route publiziert: Die Familien starten zwischen etwa 07.30 und 09.00 Uhr im Raum Sörenberg, ziehen ungefähr zwischen 09.00 und 11.00 Uhr durch Flühli und treffen ab rund 11.15 Uhr in Schüpfheim ein. Das Zentrum von Schüpfheim bleibt von 10.00 bis 18.00 Uhr für den Verkehr gesperrt. So lassen sich die Vorbereitungen oben ansehen, dann eine Zwischenstation anfahren und dieselben Familien unten empfangen – drei Bilder eines Tages. Für die Familien selbst ist es Arbeit: Der Weg bis zum Heimbetrieb erreicht 25 Kilometer.
Appenzell, zweite Augusthälfte bis Ende September. Die Familienabzüge finden ohne grosse Festorganisation statt, das Datum wird oft nur ein bis fünf Tage vorher bekannt. Die authentischste Variante und die am schwersten planbare; Besuchenden wird offiziell das Zuschauen vom Strassenrand empfohlen.
Wie man den Tag verbringt, damit er wirkt
Früher da sein als die angekündigte Umzugszeit. Ein bis zwei Stunden vorher erwacht das Dorf: Stände öffnen, Musikanten sammeln sich, Bauernfamilien erscheinen, die ersten Schellen werden hörbar. Dann ist die Stimmung am leichtesten zu spüren und ein guter Platz am leichtesten zu finden.
Nicht nur auf dem Hauptplatz bleiben. Ist die Route bekannt, lohnt eine Stelle etwas weiter oben an der Strasse, wo die Herde noch zieht wie auf einem echten Übergang. Im Zentrum ist es voller, dafür sind Trachten und Schmuck besser zu sehen. Wer Zeit hat, sieht den Zug zweimal – bei der Annäherung ans Dorf und dann auf dem Platz.
Nicht sofort abfahren, wenn die Kühe durch sind. Oft beginnt der angenehmste Teil des Tages erst danach: Musik, Essen, Märkte, Bauern im Gespräch untereinander. Hier lassen sich auch die riesigen Schellen und die bestickten Lederriemen von nahe betrachten – viele gehören denselben Familien seit Jahrzehnten und haben ihre eigene Geschichte.
Im Kopf behalten, dass dies das Ende einer Alpsaison ist und keine Parade. Sennen und Tiere verbringen den ganzen Sommer hoch in den Bergen und kehren im Herbst ins Tal zurück. Ein halber Tag im Dorf gibt deshalb unvergleichlich mehr als fünfzehn Minuten am Strassenrand.
Praktische Details, über die kaum geschrieben wird
Anreise. Die Dörfer sperren die Hauptstrasse für den ganzen Tag, Parkplätze sind knapp, und vor dem Ende des Umzugs wegzufahren ist oft physisch unmöglich. In Charmey bitten die Organisatoren Autofahrende ausdrücklich, vor 9.00 Uhr anzukommen und nicht vor 15.00 Uhr abzureisen. Der öffentliche Verkehr ist fast überall bequemer: nach Albeuve fahren Extrazüge ab Bulle, in Klosters verkehrt ein Gratis-Shuttle vom Bahnhof nach Monbiel, und von Nyon nach Saint-Cergue gibt es einen Direktbus.
Hunde. Besser zu Hause lassen. Kühe reagieren auf fremde Hunde heftig, und die Sennenhunde arbeiten im Zug. Ist der eigene Hund dennoch dabei: kurze Leine und weit weg von der Route. Bei Schafabzügen laufen oft grosse Herdenschutzhunde mit – diesen nicht nähern.
Drohnen. Während des Viehzugs praktisch überall untersagt; der Lärm verschreckt die Tiere.
Bargeld. Viele Handwerks- und Käsestände nehmen keine Karten.
Kinder und Kinderwagen. Am besten von der Strassenseite mit Ausweichmöglichkeit zuschauen. Die Schellen sind aus der Nähe wirklich laut – für kleine Kinder lohnt sich manchmal ein Gehörschutz.
Wetter. Abzüge finden auch bei Regen statt, doch bei schlechtem Wetter kann der Schmuck sparsamer ausfallen, und bei wirklich schlechtem wird die Herde manchmal früher und ohne Zeremonie ins Tal gebracht.
Übernachtung. In kleinen Dörfern sind die Zimmer für ein Abzugs-Wochenende lange im Voraus weg. Wer bleiben will, bucht früh.

Was zwei bis drei Tage vorher zu prüfen ist
Die Seite der konkreten Veranstaltung – Datum, Programm und erwartete Durchgangszeiten der Herden.
Fahrplan des öffentlichen Verkehrs und Strassensperrungen.
Die Wetterprognose für die Berge, nicht für die nächste Stadt.
Für Appenzell: die Bekanntgabe des genauen Datums eines Familienabzugs.
Und die Kurzfassung: Wer maximale Bequemlichkeit will, ist in Bern richtig. Wer ein grosses, farbiges Fest will: Charmey, Plaffeien, Saint-Cergue oder Schüpfheim. Und wem das Gefühl alter Alpkultur am wichtigsten ist, schaut nach Urnäsch und zu den kleinen Familienabzügen im Appenzellerland.

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