
Ludwigsburgs Kürbiswelt: Ein Tag inmitten Tausender Kürbisse
Komischerweise, wenn man Leute nach Kürbis fragt, erinnern sich die einen bestenfalls an ein paar Gerichte daraus, im schlechtesten Fall reden sie nur über Kürbiskerne.
Aber für viele ist das eine ganze Welt. Kürbisse gibt es in unglaublich vielen Sorten und Arten, und man macht riesige Skulpturen daraus, weil sie sich gut halten und in den unterschiedlichsten Farben vorkommen. Aus Kürbis macht man nicht nur Suppen und Hauptgerichte, sondern auch Gebäck, Getränke und sogar manche alkoholischen Getränke.

Um das alles besser zu verstehen, lohnt es sich, mindestens einmal Ludwigsburg in Deutschland zu besuchen — zwischen den Kürbissen zu spazieren, sich die verschiedenen Sorten anzusehen und köstliche Gerichte zu probieren, von denen man vorher gar nicht wusste, dass es sie gibt.

Die Kürbisausstellung in Ludwigsburg
Die Kürbisausstellung in Ludwigsburg ist eine riesige herbstliche Kürbisausstellung in den Gärten des Blühenden Barock beim Residenzschloss Ludwigsburg, unweit von Stuttgart. Die Veranstalter nennen sie die größte Kürbisausstellung der Welt.
Der Besuch der Ausstellung bietet die Gelegenheit, nicht nur die Ausstellung selbst zu sehen, sondern auch durch die Gärten des Blühenden Barock zu spazieren und das wunderschöne Residenzschloss Ludwigsburg zu besuchen.
Insgesamt ist das ein toller Tagesausflug oder sogar ein zweitägiger Trip. Das hängt von den gewählten Terminen und der Lust ab.

Geschichte der Kürbisausstellung
Die Geschichte begann nicht in Deutschland, sondern in der Schweiz. 1997 veranstalteten die Brüder Martin und Beat Jucker die erste Kürbisausstellung auf ihrem Juckerhof in Seegräben bei Zürich.
1998 machte ein deutscher Landwirt namens Jens Eisenmann aus der Gegend um Stuttgart ein Praktikum bei den Brüdern Jucker, genau während der Kürbissaison. Die Idee beeindruckte ihn so sehr, dass er sie nach Deutschland brachte. Später half er dabei, den Kontakt zwischen Jucker und der Leitung des Blühenden Barock herzustellen. Im Jahr 2000 fand in Ludwigsburg die erste große Kürbisausstellung statt.
Das heißt, in Ludwigsburg findet die Ausstellung seit dem Jahr 2000 jährlich statt. Das ist schon mehr als ein Vierteljahrhundert. Die Saison 2026 ist faktisch das 27. Jahr der Ausstellung.

Die Kürbisausstellung im Jahr 2026
Dieses Jahr eröffnete die Ausstellung am 22. August und läuft bis zum 1. November 2026.
Öffnungszeiten:
23. August – 23. Oktober: 9:00 – 18:00 Uhr
24. Oktober – 2. November: 10:00 – 16:30 Uhr
Offiziell endet die Ausstellung am 1. November, aber ein Teil der Skulpturen bleibt danach beleuchtet als Teil der "Leuchtenden Traumpfade" und ist bis Anfang Dezember zu sehen.

Was man sich ansehen sollte
Jedes Jahr wird ein neues Thema gewählt, und dazu werden riesige Figuren aus Tausenden von Kürbissen verschiedener Sorten, Farben und Formen gebaut. 2026 lautet das Thema "LET'S PLAY!" — Spiele und Spielzeug. Dazu gehören Brett- und Kartenspiele, Lego, Videospielfiguren, Spielzeug und andere Spielmotive. Zu den angekündigten Figuren gehören Super Mario, Lego, ein Teddybär, Barbie und ein XXL-Schaukelpferd. Es gibt sogar interaktive Kürbis-Murmelbahnen, auf denen man Murmeln rollen lassen kann — das gibt es in diesem Jahr zum ersten Mal, vorher gab es das nicht.
Die Konstruktionen selbst sind nicht einfach ein Haufen aufgetürmter Kürbisse. Jucker Farm beschreibt es so: Die Grundgerüste werden hauptsächlich aus Holz und Stroh gebaut. Das Blühende Barock selbst ergänzt, dass der Künstler Pit Ruge die Figuren teils aus Holz, teils aus Metall entwirft — an ihnen arbeiten nicht nur Holzschnitzer, sondern auch Spezialisten für Stahlkonstruktionen und Schreiner. Für Gesichter und andere Details nimmt man manchmal massive Baumstämme und schneidet die Form buchstäblich mit der Kettensäge heraus. Erst wenn das Gerüst fertig ist, werden sorgfältig die Kürbissorten und -farben für jeden Teil der Figur ausgewählt.
Neben den großen Skulpturen gibt es die Kürbis-Sortenschau — eine Ausstellung vieler ungewöhnlicher Kürbissorten — sowie die Kürbis-Schnitzwelt, wo internationale Künstler laufend neue Figuren schnitzen. Da geschnitzte Kürbisse nicht lange halten, verändert sich dieser Teil der Ausstellung ständig.
Besonders interessant sind einige Sondertage:
19.–20. September — Kürbis-Regatta, Wettfahrten auf dem Wasser in riesigen ausgehöhlten Kürbissen
26.–27. September — die Zubereitung der "größten Kürbissuppe Deutschlands"
4. Oktober — die deutsche Meisterschaft im Anbau von Riesenkürbissen
11. Oktober — die Europameisterschaft
18. Oktober — ein Schnitzfestival für Riesenkürbisse
24.–25. und 31. Oktober — Halloween-Workshops zum Kürbisschnitzen

Was man probieren sollte
Auf der Kürbisausstellung kann man Kürbis in fast jeder Form probieren: Kürbissuppe, Kürbis-Maultaschen, Kürbisgerichte und sogar Kürbis-Secco.
Das ist wirklich ein eigener Teil des Programms, den man nicht verpassen sollte. Auf dem Ausstellungsgelände gibt es gastronomische Stände mit Kürbisgerichten. Für die Saison 2026 bestätigen die Veranstalter offiziell mindestens die berühmte Kürbissuppe, schwäbische Kürbis-Maultaschen und Kürbis-Secco — ein Sektgetränk mit einer Kürbisnote.

Unbedingt beachten sollte man diese köstlichen Gerichte:
Kürbissuppe — die klassische Hauptvariante. Wenn man am 26.–27. September 2026 dort ist, wird die "größte Kürbissuppe Deutschlands" gekocht: etwa 555 Liter im Kessel, für ungefähr 2.000 Portionen. Ein Teil des Geldes aus jeder Portion geht an wohltätige Zwecke.

Kürbis-Maultaschen — ein Gericht, das sehr gut zu dieser Region passt. Maultaschen sind große schwäbische "Teigtaschen"/Ravioli, hier werden sie mit einer Kürbisfüllung gemacht.
Kürbis-Secco — eine ungewöhnliche Variante für Erwachsene: ein leichtes Sektgetränk mit Kürbis.

Das Angebot ist natürlich normalerweise viel breiter. In der Regel werden auf der Ausstellung auch Kürbiswaffeln, Flammkuchen mit Kürbis, Kürbis-Bratwurst, Kürbispommes, Kürbisreis aus einer großen Pfanne, Kürbiseis und Kürbisschorle verkauft. Verkauft wurden auch Kürbismarmeladen und -chutneys, Kürbiskernöl und geröstete Kürbiskerne mit Geschmacksrichtungen von Chili bis Zimt-Zucker.

Nützliche Informationen
Adresse:
Blühendes Barock Ludwigsburg
Mömpelgardstraße 28
71640 Ludwigsburg, Deutschland
Offizielle Website: https://www.blueba.de
Für die Kürbisausstellung 2026 in Ludwigsburg braucht man kein separates Ausstellungsticket. Sie ist im Eintrittsticket für den Park Blühendes Barock enthalten.
Aktuell, in der Hauptsaison, gelten folgende Preise:
Ticket | Mo–Fr online | Sa/So online |
|---|---|---|
Erwachsene | €13 | €14 |
Senioren 65+ | €12 | €13 |
Kinder 4–14 | €5,50 | €6 |
Schüler/Studenten 15–28 | €6 | €7 |
Familie: 1 Erwachsener + 2 Kinder | €22,50 | €25,50 |
Familie: 2 Erwachsene + 2 Kinder | €34 | €38 |
Kinder unter 4 Jahren haben freien Eintritt. An der Kasse kostet das Erwachsenenticket €2 mehr: €15 an Wochentagen und €16 am Wochenende/an Feiertagen.
Der Haupteingang für Besucher befindet sich auf der Seite der Schorndorfer Straße — praktisch, das ins Navigationsgerät einzugeben, wenn man direkt zum Eingang fährt.

Sowohl Erwachsenen als auch Kindern gefällt die Ausstellung sehr. Sie lässt sich gut mit einem Besuch der Gärten und des Ludwigsburger Schlosses kombinieren. Wenn man die Termine speziell wegen des Spektakels wählt, ist der 19.–20. September wegen der Kürbis-Regatta eine sehr gute Wahl, und der 11. Oktober wegen der Europameisterschaft der Riesenkürbisse. Das sind zwei unterschiedliche Erlebnisse. Im September gibt es mehr Spaß und Aktivität, im Oktober die Chance, wirklich riesige Exemplare zu sehen, die einen sprachlos machen.

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